Wie kann Hypnose in der Schwangerschaft helfen?

Hypnose

Was ist Hypnose?

Hypnose ist der innere Zugang zu den eigenen Kräften, über die der Körper sowieso schon verfügt. In einem Entspannungszustand können wir über das Steuern unserer Gedanken und Gefühle die Körperreaktionen oder das Verhalten hervorrufen, welches wir uns wünschen. Hypnose/Selbsthypnose kann also Veränderungsprozesse bewirken.

Einen Entspannungszustand erreichen wir auch in der Meditation. Was ist nun der Unterschied zwischen einer klassischen Meditation und Hypnose/Selbsthypnose?

Der Unterschied hat einen Bezug zum Ziel meiner Entspannungsreise.

In der Meditation setzte ich den Fokus auf die Entspannung, um den Geist frei zu machen. In der Hypnose nutze ich die Entspannung, um Veränderungsprozesse in meinem Geist, und somit in meinem Körper, zu bewirken. Entspannt sich mein Körper, tritt das Wachbewusstsein ein wenig in den Hintergrund, also unser logisch-/analytisches Denken. So ist die Tür zum Unterbewusstsein offen, also zu unserer Steuerzentrale. Da unser Unterbewusstsein nicht analysiert, sondern im Hier und Jetzt alles annimmt, was wir ihm durch unsere Gedanken und Gefühle sagen, führt es auch unsere Wünsche sofort aus. Die Voraussetzung ist, dass wir es tatsächlich wollen, und uns erlauben, dass der Änderungsprozess ohne unser aktives Zutun umgesetzt wird, dass wir die Umsetzung unserem Unterbewusstsein überlassen.

Stelle dir hier einen Projektleiter vor. Du bist der Chef, der das Ziel vorgibt, und der Projektleiter setzt es um. Er ist der Spezialist und kennt alle Wege, oder findet neue Strategien, um die Aufgabe umzusetzen. Du als Chef vertraust ihm voll, weil du bereits die Erfahrung gemacht hast, dass du dich ganz auf ihn und seine Kompetenz verlassen kannst.

Und so ist es auch mit unserem Unterbewusstsein. Es kann das. Das beweist es uns tagtäglich in jeder Sekunde. Es führt seine Aufgaben so sicher durch, dass wir leben können und dass wir geschützt und gesund sind.

Mache dir jetzt einfach einmal bewusst, was für eine große Aufgabe das ist, und wieviele Körperfunktionen gleichzeitig gemanagt werden.

Welchen Nutzen hat die Hypnose/Selbsthypnose in der Schwangerschaft und während der Geburt?

Der englische Gynäkologe Grantly Dick-Read (1890 bis 1959) beschäftigte sich intensiv mit der natürlichen Geburt, da er Geburten erlebte, die absolut schmerzfrei waren. Unter diesen Gebärenden waren Frauen aus sehr armen Verhältnissen, die keine Ausbildung genossen haben, oder die Vorteile der höher Gestellten nutzen konnten, sondern nur den Instinkten der Natur folgten.

Grantly Dick-Read hat mit seinen Erkenntnissen die Hypno-Birthing-Methode entscheidend mit entwickelt. Er fand heraus, dass 

„die schlimmsten Feinde der natürlichen Entbindung die Angst und die Unwissenheit sind“ .

Angst und Unwissenheit aktivieren den Angst-Schmerz-Kreislauf während der Geburt. Verkrampfungen und Verspannungen sind die Folge, die automatisch zu Schmerzen führen. Wenn die zukünftige Mami diesen Kreislauf nicht unterbricht, bleiben die Muskeln starr, was dazu führt, dass u.a. der Gebärmutterhals angespannt und verschlossen bleibt. 

Die Folge von Schmerzen und Verkrampfungen sind, dass die Geburt des Kindes stockt, die zukünftige Mami resigniert, viel Kraft geht verloren, und der Wunsch, dass es endlich aufhören soll, immer größer wird. Dies wirkt sich ebenso psychisch und körperlich auch auf das Kind aus. 

„Das große Ziel ist die Angstfreiheit - und nicht die Schmerzfreiheit. Denn Angstfreiheit führt zur Schmerztoleranz, Schmerzreduktion bis hin zum Schmerzstillstand!“
 

Wie hilft nun die Hypnose/Selbsthypnose bei der Geburt?

Mit der Hypnose/Selbsthypnose sind wir in der Lage, Ängste bewusst wahrzunehmen und aufzulösen. Über die Übung in einem Trancezustand Angst und Unsicherheit in Vertrauen und Sicherheit zu transformieren, entspannt sich automatisch unsere Muskulatur und der Körper schüttet die gewünschten schmerzstillenden Endorphine aus.

Außerdem bietet die Hypnose Strategien, mit der Wehe natürlich umzugehen - sie kommen und gehen zu lassen, ohne zu verkrampfen. Ein ganz natürlicher Prozess, den unsere Tierwelt uns vorlebt.

Und wenn wir ganz doll geübt haben, und ins Vertrauen gehen, können wir mit der Hypnose Schmerzfreiheit erlangen. Denke nur an die Zahnarzthypnose.

Die Voraussetzung für eine solch natürlich Geburt ist: Folgen Sie den Anweisungen von HypnoBirthing und "proben" Sie regelmäßig, damit dann bei der Geburt sofort alles Wissen und jegliche Strategien abgerufen werden können.

"Verhaltensforscher haben herausgefunden, dass ein Erwachsener mindestens 21 Tage braucht, um eine neue Denkweise oder ein neues Verhaltensmuster zu entwickeln und es als neue Nervenspuren im Gehirn zu verfestigen. So wird aus einem Trampelpfad eine Autobahn und das Neue wird schnell zu abrufbarem Wissen...." (sehr schön gesagt durch jameda.de) 

HypnoBirthing plant 4 Sitzungen in einem ein-wöchigen Abstand, in denen du die gewünschten Techniken erlernst und Ängste, Unsicherheit, Blockaden und Belastungen in klärenden Sitzungen loslassen kannst. Plane also genügend Zeit vor der Geburt ein, um das Wissen vertiefen zu können, damit du es sofort abrufen kannst, wenn du es benötigst.

Beginne mit dem Kurs idealerweise vor der 26. Schwangerschaftswoche, spätestens aber Anfang 32. Schwangerschaftswoche.